Arbeiten mit Baby - einfach!

Wer hat denn gesagt, man könne mit Kind nicht arbeiten? Ist doch ganz einfach:
Zuerst suchst du dir ein Zeitfenster. Sagen wir, eine Viertelstunde.
Du legst das Kind in den Laufstall und machst den Laptop an.
Du nimmst das quengelnde Kind hoch. Der Laptop sagt: Bitte Passwort eingeben.
Du tippst.
Du schuckelst das Kind und gibst das Passwort nochmal ein, weil du dich vertippt hast.
Das Kind fängt an zu weinen.
Du legst das Kind ganz kurz in den Laufstall zurück, um das Passwort mit zwei Händen einzugeben – irgendwie geht das mit einer Hand nicht.
Das Kind brüllt nun als hättest du es auf ein Bett aus ätzender Säure gelegt.
Du nimmst es wieder heraus und versuchst, mit einer Hand deine Brust zum Stillen freizumachen.
Klappt nicht.
Dein Adrenalinpegel steigt proportional zur Schreilautstärke deines Kindes.
Schweiß schießt in deine Achseln.
Endlich ist die Brust frei.
Das Kind brüllt so inbrünstig und mit geschlossenen Augen, dass es die Brust nicht wahrnimmt.
Du schaffst es nach dreiundfünfzig Versuchen, das Kind anzulegen. Dabei ziehst du scharf die Luft ein, weil es sich anfühlt, als versuche das Baby, jegliches Leben aus dir zu saugen. Schließlich hat es mindestens seit drei Minuten nichts mehr gegessen 😱 Höllenqualen!
Endlich hörst du das friedliche Gluckern.
Dein Stresspegel stagniert.
Jetzt wird dein Arm lahm, denn auf dem Stuhl kannst du dich nicht zurücklehnen, also trägst du das ganze Gewicht mit einem Arm.
Mit der freien Hand versuchst du, den Laptop zu bedienen – der Bildschirm ist schwarz.
„Bitte Passwort eingeben.“
Die Viertelstunde ist um.
Du seufzt und klappst den Laptop zu.
Morgen. Morgen probierst du es nochmal.

Arbeiten mit Baby - einfach!

Written by Annika
Bauchladenmutter, die sich nie entscheiden kann. Liebt Kaffee, Bücher und gute Witze. Steht auf Rockabilly, Weihnachten und Fotokameras.

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