Endlich durchschlafen? Unsere Erfahrungen

Durchschlafen beim Baby: Unsere Erfahrungen

Bevor Johanna geboren wurde, konnte ich mich abends einfach hinlegen, bin eingeschlafen, morgens aufgewacht und habe gearbeitet Kaffee getrunken. “Durchschlafen” war noch nicht einmal in Gedanken ein Thema.

Jetzt habe ich nachts kleine Hände im Mund, bekomme Kopfnüsse, werde getreten oder jemand krabbelt auf mir herum.
Eines Tages werde ich das so vermissen! Diesen Geruch von Johannas Haaren, ihrem warmen Nacken, ihren süßen Atem, … Die Augenringe unter meinen Augen sprechen allerdings auch Bände. Es gibt sicherlich Eltern, die jahrelang unterbrochene Nächte wegstecken als sprächen wir hier über ein ausgefallenes Mittagsschläfchen.

Vielleicht bin ich einfach alt.

Es soll ja Babys geben, die schlafen nach ein paar Wochen bis zum nächsten Morgen durch. Man wiegt sie sanft im Arm, legt sie ab, wo sie sofort einschlafen, dann geht man irgendwann selbst ins Bett und wenn dann die zarten Sonnenstrahlen sanft die Nase kitzeln, wachen alle mit Vogelgezwitscher auf, während ein paar Eichhörnchen, Spatzen, Mäuse und Schmetterlinge die Kleidung aus dem Schrank holen und dem Baby eine neue Windel machen.

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Die Sache mit dem dem Durchschlafen

 

Ich schlage mir gerne die Nächte für Johanna um die Ohren, aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn sie von Mitternacht bis sechs oder sieben durchschlafen würde.

Und was tut die Frau von heute, wenn sie nicht weiter weiß? Sie googelt. Jedenfalls, wenn sie Annika heißt und quasi im Internet lebt.

 

 

Durchschlafen in 10 Tagen?!

Jeder hat einen Tipp parat. Am ehesten angesprochen fühlte ich mich von dem “10-Tage-Programm” nach Gordon.

Schon vor Johannas erstem Geburtstag habe ich die ersten Schritte unseres “Projektes Durchschlafen” begonnen und habe angefangen, Johanna nicht mehr an der Brust einschlafen zu lassen. Mehr noch, tatsächlich ist mir sogar der seltene Fall geglückt, die kleine Maus erst zu stillen, dann umzuziehen, mit ihr Zähne zu putzen und sie dann nur mit Fingernuckeln zum Schlafen zu bewegen (Schnuller? Nicht mit ihr!).

Stundenlanges Wachen statt endlich durchschlafen

Am 23. Januar habe ich ernst gemacht und Johanna erklärt, dass die Brüste jetzt nachts schlafen müssen. Wenn ich ins Bett gehe, ist geschlossene Gesellschaft. Da war Johanna 1 Jahr und 8 Tage alt.

In der ersten Nacht gab es natürlich gleich Gemecker, allerdings fiel das nicht so lautstark aus wie ich befürchtet hatte. Ich habe Johanna den Finger gegeben, sie geschuckelt, getragen, gesungen, … eigentlich alles getan, außer sie zu stillen. Sie meckerte. Ich schreibe das extra so, weil sie nicht herzerweichend geweint hat, sondern tatsächlich einfach wütend war. Tränen gab es dabei nicht.

Es dauerte. Und dauerte. Vor lauter Verzweiflung habe ich irgendwann zwischen vier und fünf eine Runde geweint, weil ich einfach so kaputt war. Ich habe sie neben mich auf die Matratze gelegt und für ein paar Minuten die Augen zugemacht. Wie durch ein Wunder hat Johanna sich ebenfalls hingelegt und muss dann wohl eingeschlafen sein, denn das nächste Mal waren wir beide erst um halb acht wach.

 

Unsere erste Woche im Überblick

 

Nach 6 Nächten sieht es hier wie folgt aus:

Ich gehe mit Johanna gegen halb sieben in ihr Zimmer und wir stillen. Dann putzen wir ihre Zähne, sie bekommt eine frische Windel und den Schlafanzug an – alles im Halbdunkel. Wir gucken gemeinsam ein Buch (derzeit am liebsten “Die kleine Raupe Nimmersatt“*), dann dimme ich das Licht runter bis auf Stufe 1 (wir nutzen dazu das Philips Daylight*, das hatte ich mir während meiner Arbeitszeit mal geholt, um morgens entspannt aufzuwachen) und wir legen uns auf die Matratze.
Ich gebe ihr meinen Finger zu nuckeln und sie schläft innerhalb von 5-10 Minuten ein. Manchmal sogar ohne Nuckeln.

 

In den ersten drei Nächten war Johanna jeweils 2 bzw. 3 Stunden wach und hat lautstark protestiert, als ihr die Brust verwehrt wurde.

Ich habe ihr zwei mal eine Fertigmilch gemacht und einmal Wasser angeboten, beides hat sie getrunken. Tatsächlich habe ich schon innerhalb dieser kurzen Zeit gemerkt, dass sie sehr deutlich zeigt, ob sie Hunger hat oder wirklich nur trinken will.

 

Durchschlafen in 10 Tagen?

Besserung ab Nacht Nummer 4

Überraschenderweise hat die kleine Maus in der vierten Nacht von 19 Uhr bis 1:15 Uhr durchgeschlafen – ein ganz neues Erlebnis für uns! Ich hatte mich selbst mit ihr zusammen um sieben hingelegt, weil ich von den letzten Nächten so gerädert war, und war dann ganz überrascht, dass ich so lange ohne Unterbrechung geschlafen hatte.

Ich habe sie dann gestillt, weil sie Hunger hatte, und wir haben bis ungefähr viertel vor fünf weitergeschlafen. Dann gab es Wasser und wir waren eine Stunde lang wach. Johanna hat noch nicht gelernt, wie man nach so einer kleinen Wachphase wieder einschläft …

Die 6. Nacht war ambivalent: Mittags hatte Johanna nur eine halbe Stunde im Auto geschlafen und auch der Abend war von vielen Wachphasen geprägt. Ab 3 Uhr war sie im Grunde immer nur im Leichtschlaf und hat viel rumgeturnt.

Andererseits hat sie nicht nach der Brust gefragt. Ich habe sie nur abends gestillt und dann erst nach 10 Stunden wieder, morgens um 6 am nächsten Tag.

Als sie nachts um drei nach einer längeren Schlafphase aufgewacht ist, hat sie das “Trinken”-Zeichen gemacht (wir benutzen Baby-Zeichensprache zur Verständigung), eine Flasche mit Wasser zur Hälfte ausgetrunken und dann versucht, wieder einzuschlafen.

Es klingt so einfach, wenn man es aufschreibt, aber innerlich habe ich so gejubelt! Nach einem Jahr Dauerunterbrechungen in der Nacht scheint es endlich langsam eine Veränderung zu geben!

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es in zwei, drei Wochen aussieht.

 

Buchtipp

Das Buch “Schlafen statt schreien*” habe ich zu lesen begonnen, als sie erste Woche nach dem “10 Tage Programm” durch war (wobei wir diesen Plan ja bereits ausgedehnt haben; normalerweise hätte ich Johanna schon nach einer Woche nachts nicht mehr auf den Arm nehmen “dürfen”, aber wir machen es natürlich in unserem eigenen Tempo).

Ein schön geschriebenes Buch, das Mut macht und die wichtigen Dinge einfach erklärt. Und einfach mögen wir ja gerne 😀

 

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